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Malteser Amberg

Werden Sie Integrationslotse für Flüchtlinge!

Amberger Malteser starten neues Ehrenamtsprojekt Individuelle Wege zur Integration Informationsabend am 15.03.17

03.03.2017
Mit dem neuen Projekt „Integrationslotsen“ wollen die Malteser in Amberg sowohl Unterstützung für geflüchtete Menschen bieten als auch Möglichkeit zu einem besonderen, sinnvollen ehrenamtlichen Engagement bieten.
Mit dem neuen Projekt „Integrationslotsen“ wollen die Malteser in Amberg sowohl Unterstützung für geflüchtete Menschen bieten als auch Möglichkeit zu einem besonderen, sinnvollen ehrenamtlichen Engagement bieten.

Die Integration von Flüchtlingen ist zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe geworden, deren Bewältigung ohne ehrenamtliches Engagement kaum mehr denkbar wäre. Auch in unserer Region sind in diesem Bereich bereits viele Freiwillige in unterschiedlichen Helferkreisen aktiv. Mit einem neuen Angebot will der Malteser Hilfsdienst (MHD) die Begleitung und Integration von geflüchteten Menschen unterstützen: „Integrationslotsen“ heißt das neue Projekt, das der MHD bundesweit bereits an über 70 Standorten mit ca. 1.750 ehrenamtlich engagierten Menschen anbietet. In der Oberpfalz gibt es die Malteser-Integrationslotsen bereits in Regensburg und Neumarkt, jetzt startet der MHD diesen Dienst auch in Amberg und sucht Menschen, die hier ehrenamtlich tätig werden wollen.


Der Stadt- und Kreisbeauftragte der Malteser, Carsten-Armin Jakimowicz, stellt den besonderen Ansatz des Projekts heraus: „Glücklicherweise gibt es in unserer Stadt schon viel ehrenamtliches Engagement im Bereich Migration und Asyl. Die Herausforderungen sind aber weiterhin groß. Die Malteser haben in ihrer über 900-jährigen Geschichte schon immer flexibel und wenn nötig auch unkonventionell auf die Nöte und Notwendigkeiten der Zeit reagiert. Daher haben wir uns entschlossen, mit dem Projekt Integrationslotsen zu starten und somit neben der Hilfe für geflüchtete Menschen auch die Begleitung der Ehrenamtlichen besonders in den Blick zu nehmen.“ Ein Kernaspekt des Projekt sei, so Jakimowicz weiter, die kompetente Schulung der Ehrenamtlichen und die Begleitung durch eine eigens dafür zuständige hauptamtliche Ehrenamtskoordinatorin in der Flüchtlingshilfe. Diese Stelle wurde bei den Amberger Maltesern nun geschaffen und ist seit dem 1. Februar 2017 mit Astrid Knab besetzt, die viel Erfahrung in der Projektarbeit (auch im interkulturellen Bereich) und in der Arbeit mit Ehrenamtlichen mitbringt.


Knab freut sich auf die neue Aufgabe und hofft, dass sich viele Menschen für das ehrenamtliche Engagement begeistern lassen. „Wer Integrationslotse werden möchte, erhält bei den Maltesern eine eigens für das Projekt konzipierte Basisschulung, die auf die Tätigkeit vorbereit. Die zukünftigen Lotsen erhalten für ihren Dienst hier wichtige Grundlagenkenntnisse, zum Beispiel im Bereich Interkulturelle Kommunikation", erklärt die neue Ehrenamtskoordinatorin. Nach der Schulung wird der Einsatz der Integrationslotsen dann von Knab koordiniert und begleitet. Bei regelmäßigen Reflexionstreffen besteht die Möglichkeit zum Austausch. „Durch den Einsatz einer eigenen Ehrenamtskoordinatorin in der Flüchtlingshilfe wollen wir Malteser ehrenamtliches Engagement besonders fördern und dafür Sorge tragen, dass die hier tätigen Ehrenamtlichen in ihrem Einsatz nicht alleingelassen sind oder überfordert werden“, erläutert Jakimowicz. Des weiteren ist dem Beauftragten des MHD wichtig, dass das neue Angebot eine Bereicherung und Ergänzung zum bereits bestehenden ehrenamtlichen Engagement darstellt: „Ein Konkurrenzdenken wäre hier ja auch total fehl am Platze. Dafür sind die Erfordernisse im Bereich der Flüchtlingshilfe zu wichtig und umfangreich. Als Fachverband sind wir zudem mit der Caritas, die die Asylsozialarbeit und Migrationsberatung durchführt, eng vernetzt. Und darüber hinaus ist gerade in diesem Bereich eine gute Zusammenarbeit mit anderen Akteuren und Institutionen unabdingbar.“


Unlängst konnten die Malteser auf Bundesebene das Projekt Integrationslotsen bei Staatsministerin Aydan Özoğuz vorstellen. Özoğuz ist die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und stellt Fördermittel für die Malteser-Integrationslotsen bereit.  „Flüchtlinge haben viele Herausforderungen zu meistern: Deutsch lernen, Wohnungssuche, Behördengänge, Wege in Arbeit oder Ausbildung finden. Nichts davon ginge ohne die Unterstützung der vielen Ehrenamtlichen hierzulande. Auch die Integrationslotsen der Malteser leisten hier unverzichtbare Arbeit. Sie erklären, übersetzen, vermitteln und sind für die Geflüchteten ein persönlicher, vertrauter Kontakt in der neuen Umgebung“, sagte Özoğuz. Des weiteren freute sich die Ministerin, dass durch die finanzielle Unterstützung des Projekts durch den Bund bis Ende 2016 deutschlandweit bereits mehr als 12.000 Geflüchtete erreicht werden konnten. Dr. Constantin von Brandenstein-Zeppelin, Präsident des MHD, dankte den ehrenamtlichen Malteser-Integrationslotsen dafür, dass sie Tag für Tag Flüchtlingen auf ihrem Weg in den Alltag in Deutschland zur Seite stehen. An den Menschen, die oft in großer Not aus ihrer Heimat geflohen sind, seien die Malteser „nah dran“. Von Brandenstein-Zeppelin weiter: „Konkrete christliche Nächstenliebe ist gefragt. Diese Arbeit macht große Freude. Frau Özoğuz hat unser Konzept seit März 2016 zum Pilotprojekt der Bundesregierung gemacht. Vielen Dank dafür!“ Als katholische Hilfsorganisation setzten sich die Malteser neben dem Projekt „Integrationslotsen“ vielfältig für geflüchtete Menschen ein. So betreuen sie deutschlandweit derzeit täglich rund 33.000 Asylbewerber in über 100 Einrichtungen von Ländern und Kommunen.

In Amberg soll das Projekt natürlich auch nach dem mittlerweile bewährten Malteser-Konzept durchgeführt werden. Astrid Knab erläutert die möglichen Aufgabenfelder: „Wo es Flüchtlingen darum geht, die deutsche Sprache zu erlernen, eine Wohnung und Arbeit zu finden, Kinder in der Schule anzumelden, sollen die Integrationslotsen helfen. Sie können beim Ausfüllen von Formularen helfen oder auch zu Behörden begleiten, geben ihnen Tipps, wie man ein Bus- oder Bahn-Ticket kauft, wo man am besten einkauft. Sie können Ratgeber bei vielen Fragen des Alltags sein.“ Dabei ist es den Maltesern wichtig, so Knab, dass das Projekt bewusst Raum bietet, die individuellen persönlichen Vorlieben und Stärken des Lotsen einzubringen: „Der eine hat vielleicht die Fähigkeit, besonders die Bereiche Sprache oder Kultur näherzubringen, ein anderer kennt vielleicht mögliche Praktikumsstellen.“
Darüber hinaus soll es laut Jakimowicz aber eine Besonderheit geben: „Wir wollen versuchen, dass wir in Amberg auch ganz gezielt Migranten – auch Flüchtlinge, die schon einige Zeit hier sind – als Integrationslotsen gewinnen können.  Es gibt immer mehr Flüchtlinge, die unsere Sprache schon recht gut beherrschen und sich auch aktiv einbringen wollen.“ So könne zusammen mit Einheimischen Flüchtlingshilfe auf Augenhöhe passieren, meint der Malteser-Beauftragte, und konkretisiert: „Wer kennt die Probleme besser, als jemand der sie selbst schon erlebt hat? Im Team mit Einheimischen ist der Austausch sicherlich dann auch besonders fruchtbar. Denn es braucht nicht nur Dolmetscher, sondern Menschen, denen es gelingt Brücken zu schlagen und Verständnis zu schaffen.“


Um möglichst bald mit der Schulung der ersten Integrationslotsen starten zu können, veranstalten die Malteser für alle Interessierten einen ersten Informationsabend. Dieser findet am Mittwoch, 15. März 2017 um 18 Uhr in den Räumen der Amberger MHD-Geschäftsstelle in der Sulzbacher Straße 15A statt. Astrid Knab betont: „Interessenten aller Nationen und jeden Alters sind herzlich eingeladen, sich unverbindlich über das neue Projekt zu informieren und Gleichgesinnte zu treffen.“ Bereits am 22. März soll dann schon das erste Treffen mit den zukünftigen Integrationslotsen stattfinden, um die weiteren Schritte zu planen.

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Sparkasse Amberg-Sulzbach  |  IBAN: DE87 7525 0000 0240 1401 78  |  BIC / S.W.I.F.T: BYLADEM1ABG